Unser Gartenboden ist die oberste Schicht der Erdrinde, die durch ständige Einwirkung von Wärme und Kälte, Wasser, Licht und Luft entstanden ist. Das Ausgangsgestein hat sich soweit verändert, dass es für tierische und pflanzliche Organismen als Lebensgrundlage dienen kann.
In einer Handvoll Gartenerde befinden sich mehr als 4 Milliarden Lebewesen. Ihr Dasein erhält die Bodenfruchtbarkeit. Sie bewirken die Humusbildung und die Freisetzung des Stickstoffs. Ein guter Gartenboden ist locker, humos und gut durchwurzelt, in ihm fühlen sich Regenwürmer wohl.
Der Boden hat zwei wesentliche Eigenschaften, nämlich die physikalische und die chemische. Die physikalische Eigenschaft, die Körnung des Bodens, nennt man Bodenart. Die chemische Eigenschaft wird im Säuregrad (pH-Wert) ausgedrückt.

 

Bodenarten

 

Ein wichtiger Faktor für die Fruchtbarkeit eines Bodens ist die Bodenart. Das Spektrum der Bodenarten bewegt sich zwischen zwei Extremen:

Schwerer mineralischer Boden Leichter mineralischer Boden
  • schwer zu bearbeiten
  • hoher Anteil an Ton-, Lehm- oder Schluff
  • durch feine Poren wird das Wasser festgehalten
  • erwärmt sich langsam
  • nass
  • klebrig
  • trocknen langsam
  • leicht zu bearbeiten
  • hoher Sandanteil
  • durch grobe Poren wird das Wasser schnell durchgeleitet
  • erwärmt sich schnell
  • schnell trocken
  • locker

Solche Extremböden gibt es nur in seltenen Fällen. In der Regel sind unsere Gartenböden irgendwo dazwischen angesiedelt. Zu welcher Sorte dein Gartenboden gehört kannst du sehr einfach mit der Fingerprobe ermitteln. Dazu wird in einem kleinen Becher die Bodenprobe vorsichtig mit etwas Wasser angefeuchtet. Die Substanz muss feucht aber nicht breiig sein. Durch das Zerreiben zwischen Daumen und Zeigefinger ermittelt man bestimmte Merkmale.

 

Leichter Boden (Sandboden)
-fühlt sich rau an
-ist kaum formbar
-es entstehen keine oder kaum Verschmutzungen

 

Mittlerer Boden (lehmiger Sand/sandiger Lehmboden)
-je rauer, um so höher der Sandanteil
-etwas bis deutlich formbar
-verschmutzt die Finger leicht bis merklich

 

Schwerer Boden (Lehm oder Tonboden)
-je glatter und glänzender die Gleitfläche ist, um so höher ist der Tonanteil
-gut formbar
-verschmutzt die Finger stark

 

Leichte Böden sind Sandböden mit guten physikalischen Eigenschaften. Sie sind gut Wasserdurchlässig, sind gut durchlüftet und können gut bearbeitet werden. Sie sind aber nährstoffarm und nicht in der Lage Nährstoffe wie Kali und Stickstoff zu binden. Bei einer Düngung mit mineralischem Stickstoff können auf solchen Böden bis zu 60 % der ausgebrachten Düngermenge ausgewaschen werden. Der Dünger löst sich im Wasser und läuft durch den Boden ins Grundwasser, was wiederum den Nitratgehalt des selbigen erhöht.
Leichter Boden kann nur geringe Mengen an pflanzenverfügbares Wasser speichern. Deshalb liefern diese Böden oft nur geringe Erträge. Der Wasserhaushalt auf diesen Böden muss ständig kontrolliert und verbessert werden. Verbessern kann man diesen Boden durch Beimischung von Tonmineralen oder Schaumstoffflocken mit sehr feinen Poren. Letzteres Material ist nicht billig und kann nur bei absoluter Windstille ausgebracht werden. Es werden 2 bis 3 m³ je 100 m² benötigt. Tonminerale werden im zeitigen Frühjahr dem Boden zugegeben und leicht in die Oberfläche eingearbeitet. Man benötigt 150 g /m². Hier bieten sich die "Abfälle aus der Zimmerpflanzenhaltung" an.

 

Mittlere Böden sind z. B. Lößböden. Sie bestehen zu 10 bis 25 % aus Ton, zu 70 bis 80 % aus Schluff (feiner als Sand, aber noch kein Ton) und zu einem geringen Teilen aus Fein- und Mittelsand. Die Schwarzerde ist aus diesen Böden entstanden. Bei den Bodenpflege- und Verbesserungsmaßnahmen kommt es darauf an, ob der Boden mehr zum Sand hin neigt oder mehr zu einem schweren Boden.
Mittlere Böden sind die idealen Gartenböden. Sie sind problemlos zu bearbeiten.

 

Schwere Böden neigen zur Bodenverdichtung. Das hemmt das Wurzelwachstum vor allem bei Knollen- und Wurzelfrüchten. Außerdem sind die Nährstoffe im Boden schlechter verfügbar. Besonders bei feuchtem Wetter ist die Keimung der Pflanzen gefährdet. Es bildet sich Staunässe. Wasser fließt über die Oberfläche ab, wodurch der Boden abgeschlämmt wird. Die Bodentemperatur steigt im Frühjahr langsamer.
Durch den hohen Ton- und Lehmanteil der schweren Böden ist die ideale Krümelstruktur nur schwer zu erreichen. Diesen Böden fehlen die gröberen Sandpartikel, die für die Wasserdurchlässigkeit sehr wichtig sind.
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Bei der Verbesserung der schweren Böden geht man also genau umgekehrt vor, als bei einem leichten Boden. Diese fetten Böden müssen "vermagert" werden. Dazu verwendet man Sand mit der Körnung 0/3 (Bausand). Die Bodenstruktur wird durch Gründüngung, organischen Dünger, Pferdemist mit Stroh, Kompost, Rindermist mit viel Einstreu, Schaf-, Ziegen-, Kaninchen- und Taubenmist wesentlich verbessert.

 

 

Bodentypen

 

Unsere Gartenböden zählen überwiegend zu den Bodentypen "Braune Walderde" und "Braunerde". Um den Bodentyp zu verstehen benötigt man einen senkrechten Schnitt in die Erde (siehe Grafik). Die Schicht A, auch Vegetationsschicht genannt, besteht aus einer relativ dünnen Schicht Humus und dem darunter liegendem Mineralboden. Die Schicht B ist der unfruchtbare Unterboden, der neben lockeren Teilen aus Gesteinsschichten besteht. Schicht C ist der Untergrund. Je stärker die Schichten A und B, um so wertvoller der Boden. Man spricht von flach- oder tiefgründigem Boden. Besonders bei tiefwurzelnden Pflanzen macht flachgründiger Boden Probleme.

 

 

Bodengare

 

Neben dem mineralischen Material befinden sich im Boden Myriaden von Kleinstlebewesen, Würmern und Insekten. Das Zusammenspiel der Mineralstoffe mit der organischen Substanz beeinflusst die physikalische Beschaffenheit des Bodens, die Bodenstruktur. Der ideale Boden hat eine Krümelstruktur, das heißt er hat neben der festen Masse zahlreiche Hohlräume oder Poren. Die größeren Poren dienen der Luftführung, die kleineren der Wasserspeicherung.
Die Bodengare steht im engen Zusammenhang mit der Bodenstruktur. Die organische Substanz benötigt Sauerstoff für die Atmung und gibt Kohlendioxyd ab. Ein ähnlicher Vorgang wie beim gären, daher der Begriff Bodengare.

 

 

Bodenpflege

 

Günstige Bodenverhältnisse erreicht man durch eine aktive Bodenpflege. Das ist neben der mechanischen Bearbeitung, dem Umgraben, Hacken usw., auch die Versorgung mit Humus. Der Humusanteil von leichten Böden sollte zwei bis vier Prozent, der von schweren Böden fünf bis zehn Prozent betragen.

 

 

Bodenverbesserung

 

Die Verbesserung des Bodens dient der Anreicherung der Vegetationsschicht mit organischer Substanz und damit der Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit. Hinzu kommt die größere Aktivität der Kleinlebewesen. Der Boden lässt sich besser bearbeiten.
Traditionell wird für die Humusanreicherung der Vegetationsschicht Stallmist und Kompost verwendet. Beide sind nährstoffhaltig. In den letzten 25 Jahren haben Ersatzstoffe wie Rindenhumus und Holzfaserstoffe in unsere Gärten Einzug gehalten. Diese sind nährstofffrei, verbrauchen sogar Stickstoff, was man mit den Düngergaben ausgleichen muss. Durch den Anbau bestimmter Pflanzen (Gründüngung) kann man den Boden bis tief in den Untergrund aufschließen.
Pflanzen benötigen zum optimalen Wachstum, neben Licht, Wärme und Wasser, Kohlendioxid (CO2) und Sauerstoff (O2) aus der Luft und Mineralstoffe aus dem Erdreich. Dieses sind in erster Linie die Kernnährstoffe Stichstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Weiterhin benötigen die Pflanzen Kalzium (Ca) und Magnesium(Mg), sowie in kleineren Mengen Eisen (Fe), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Bor (B), Mangan (Mn), Silizium (Si), Molybdän (Mo), Natrium (Na), Kobalt (Co) und Chlor (Cl).
Pferdemist enthält zum Beispiel bei einer organischen Substanz von 25 Prozent die Kernnährstoffe N:P:K in Anteilen von 0,6:0,3:0,5 Prozent. Bei Kompost rechnet man bei einem Anteil an organischer Substanz von 50 Prozent mit 1,6:0,7:1,5 Prozent. Nährstoffreiche Humusdünger werden im Frühjahr ausgebracht. Humus ohne Nährstoffe können das ganze Jahr verwendet werden.

 

 

Bodenreaktion

 

Zur optimalen Entwicklung unserer Pflanzen ist auch der richtige Säurewert des Bodens, die Bodenreaktion, wichtig. Man nennt dies pH-Wert. Ein neutraler Boden hat einen pH-Wert um 7,0. Kleinere Werte zeigen einen sauren Boden, größere Werte einen basischen Boden an. Die meisten Gartenpflanzen mögen einen pH-Wert zwischen sechs und sieben. Rhododendren, Azaleen und Eriken, also Moorbeetpflanzen mögen eine saure Bodenreaktion mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5.
Der pH-Wert ist also ein Maß für den Kalkzustand des Bodens. Im Fachhandel sind Teststreifen erhältlich, mit denen du den pH-Wert deines Gartenbodens selbst ermitteln kannst. Es gibt auch einfache Messgeräte, die man in den Boden stecken kann.
Das Anliegen eines Gärtners sollte es sein, die chemischen Eigenschaften des Bodens zum Vorteil der Pflanzen und der im Boden lebenden Lebewesen zu verändern, also eine optimale Bodenreaktion zu schaffen.
Der günstigste pH-Wert für die einzelnen Bodenarten ist unterschiedlich. Leichte Böden sollten pH 5,5 haben. Bei Mittleren Böden schwankt der pH-Wert zwischen 6,0 und 6,5. Bei schweren Böden liegt der Wert bei pH 7,0.
Möchtest du den pH-Wert um 1 erhöhen gibst du auf 100 m² bei leichten Böden 15 kg Branntkalk oder 30 kg kohlensauren Kalk. Für die gleiche Erhöhung benötigst du auf mittleren Böden 25 kg und auf schweren Böden 30 kg Branntkalk.

 

 

Kalk

 

Für die Schaffung einer optimalen Bodenreaktion benötigt man Kalkdünger. Das sind basisch (alkalisch) wirkende Stoffe. Durch die Zugabe dieser Stoffe schafft man die Voraussetzung für einige Bodenbewohner, den in der Luft enthaltenen Stickstoff mit Hilfe der Pflanzen in den Boden zu holen. Anderen Kleinlebewesen vermehren sich in einem kalkhaltigen Boden leichter, was die Humusversorgung des Bodens verbessert. Die anderen Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor, Kali und Magnesium, werden durch Kalk erst richtig wirksam. Kalkmangel führt oft zu verdichteten, ausgetrocknetem, rissigem Boden.
Bei niedrigen Temperaturen wäscht sich Kalk leichter aus dem Boden aus, als bei höheren. Deshalb muss im Frühjahr der Kalkverlust ausgeglichen werden. Die erforderliche Kalkmenge kannst du dir gleich bei der Bodenuntersuchung mit errechnen lassen.
Natürlich gibt es auch Erfahrungswerte für die Kalkung. Bei leichten Böden gibt man auf 100 m² maximal 20 kg kohlensauren Kalk, der wirkt langsam, oder maximal 12 kg gemahlenen Branntkalk, der schneller wirkt. Mittleren Böden gibt man auf 100 m² maximal 30 kg kohlensauren Kalk, oder maximal 16 kg gemahlenen Branntkalk. Schweren Böden verlangt es auf 100 m² nach maximal 20 kg gemahlenen Branntkalk. Eine Überkalkung ist eigentlich nur auf leichten Böden möglich, wenn du dich aber an die Richtwerte hältst, eher unwahrscheinlich.

 

 

Kalkarten

 

Branntkalk Hüttenkalk, Algenkalk, Löschkalk, Kalkmergel - das Kalkangebot ist breit gefächert. Die einzelnen Kalkarten haben eine unterschiedliche Wirkgeschwindigkeit. Besonders Kalkmergel ist nur wenig wasserlöslich und muss daher sehr fein gemahlen sein.
Schnellwirkende Kalke sind Branntkalk und Löschkalk. Sie sind sehr gut wasserlöslich. Diese schnell wirkenden Kalke sind besonders für mittlere und schwere Böden geeignet. Kohlensaurer Kalk und Hüttenkalk sind langsam wirkende Kalke. Durch die lange Zeit der Umsetzung im Boden sind sie besonders für leichte Böden geeignet.

 

 

Arten der Kalkung

 

Bei der Gesundungskalkung geht es darum, einen stark versauerten Boden möglichst schnell so zu verändern, dass er optimal zu nutzen ist. Das trifft besonders bei Neuanlagen von Gärten zu. Eine vorherige Bodenuntersuchung ist ratsam.
Die Erhaltungskalkung soll die Kalkverluste des Bodens ausgleichen. Die Verluste richten sich nach der Bodenart und der Witterung. Bei mittleren und schweren Böden sind ca. 5 kg Reinkalk und auf leichten, humusreichen Böden 3 bis 4 kg Reinkalk je 100 m² jährlich zu ersetzen. Gekalkt wird zweckmäßiger Weise jährlich ein drittel des Gartens, also so, dass eine Fläche alle drei Jahre gekalkt wird. Auf der zuletzt gekalkten Fläche werden die besonders Kalk liebenden Gemüsearten angebaut.

 

 

Holzasche

 

Die Frage zur Verwendung von Asche im Garten ist nicht einfach zu beantworten. Ich habe aber vor längerer Zeit eine interessante Analyse erhalten. Danach kann Holzasche ohne weiteres als Dünger, vorzugsweise in Mischung mit Kompost, verwendet werden.
Mehr zur Holzasche: >>>

 

 

Nährstoffe

 

In den grünen Pflanzenteilen bauen die Pflanzen aus anorganischen Stoffen organische Verbindungen auf. Die Rohstoffe dazu nimmt sich die Pflanze über die Wurzeln aus dem Boden. Im Wesentlichen sind dies Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Kalk (Ca), Magnesium (Mg), sowie Spurenelemente, die nur in kleinsten Mengen wirksam werden.
In der Natur ist die Nährstoffverteilung nicht immer optimal, oft sind die vorhandenen Mengen sehr gering. Auf intensiv bewirtschaftete Flächen werden zusätzliche Nährstoffe gegeben. Das erfolgt über Humusdünger oder Düngemittel.
Düngemittel, die nur einen Nährstoff (N, P, K oder Ca) enthalten nennt man Einzeldünger. Sind mehrere Nährstoffen kombiniert spricht man von Mehrnährstoffdünger. Enthält der Dünger die Kernnährstoffen (N, P, K) nennt man ihn Volldünger. Volldünger enthält meist auch Mg (Magnesium), Fe (Eisen) und Mikronährstoffe.

 

 

Organische Dünger

 

Organische Dünger sind Hornmehl, Hornspäne, Blutmehl und Knochenmehl. Sie stehen den Pflanzen nicht sofort zur Verfügung, denn sie müssen erst von den Mikroorganismen im Boden mineralisiert werden. Dies hat allerdings auch den Vorteil, dass diese Nährstoffen den Pflanzen länger zur Verfügung stehen. Solche Dünger werden im Frühjahr alsVorratsdünger eingesetzt.

 

 

Mineralische Dünger

 

Diese Salzdünger wirken rasch, denn sie enthalten meist einen hohen Anteil an wasserlöslichen Nährstoffen. Weil sie schnell wirken, können sie in der ganzen Vegetationszeit eingesetzt werden. Bei falscher Düngetechnik besteht allerdings die Gefahr der Überdüngung. Dadurch kommt es zu Salzkonzentrationsschäden an den Wurzeln. Deshalb nie überhöhte Düngergaben verabreiche und den Boden nach der Düngung feucht halten.
Es gibt auch Depotdünger. Sie geben die Nährstoffe relativ langsam an den Boden ab.

 

 

Düngetermine

 

Wird der Dünger vor der Aussaat oder Pflanzung, oder zu beginn der Vegetation gegeben ist dies eine Vorrats- oder Grunddüngung. Verwenden kann man dafür sowohl organische, als auch mineralische Dünger. Besonders vorteilhaft sind allerdings organisch-mineralische Volldünger. Ein solcher Dünger wirkt in der Anfangszeit schnell, währen die organischen Nährstoffe erst im Laufe der Zeit frei werden.
Wird eine Düngung während der Vegetationsperiode nötig, gibt man mineralischen Dünger. Bei einer solchen Kopfdüngung muss man äußerst vorsichtig vorgehen, um eine zu hohe Salzkonzentration im Boden zu verhindern. Deshalb ist es günstig die gewünschte Menge des Düngers in Wasser zu lösen und mit der Gießkanne auszubringen. Der Dünger steht so den Pflanzen sofort zur Verfügung. Die oberirdischen Pflanzenteile müssen anschließend abgesprüht werden.

 

 

Harmonische Düngung

 

Bei der Versorgung der Pflanzen ist das richtige Verhältnis der Nährstoffen untereinander sehr wichtig. Das Wachstum der Pflanze richtet sich nach dem im Minimum vorhandenen Nährstoff, egal wie viel von den anderen Nährstoffen vorhanden ist. Viele Gartenböden haben einerseits relativ wenig Nährstoffe, anderseits sind sie mit einzelnen Nährstoffen überversorgt. Vor allen Dingen der Kernnährstoff Phosphor (P) ist oft im Überfluss vorhanden. Das Fehlen anderer Nährstoffe, meist Spurenelemente, führt sogar zu Krankheiten. Molybdänmangel z.B. führt zu Klemmherzen am Blumenkohl - die Herzblätter werden nicht vollständig ausgebildet - und Bormangel führt bei Rübengewächsen zu Herz- und Trockenfäule.
Die Nährstoffversorgung und das Verhältnis der Nährstoffen untereinander ist optisch nicht auszumachen. Deshalb empfiehlt sich eine Bodenanalyse.

 

 

Bodenuntersuchung

 

Bodenuntersuchungen geben in der Regel Auskunft über den pH-Wert, sowie über den Phosphorsäure- und Kalianteil des Bodens. Soll auch der Stickstoffgehalt festgestellt werden, sind besondere Maßnahmen notwendig. Bodenproben werden immer nur von einer bewirtschafteten Fläche entnommen, also vom Gemüse-, Zier- oder Obstgarten.

 

 

Bodenprobe

 

Der beste Zeitpunkt für eine Bodenuntersuchung ist der Herbst oder frühe Winter. So ist eine optimale Düngung im Frühjahr möglich. Dazu wird innerhalb einer einheitlichen Fläche mindestens an zehn verschiedenen Stellen, in Spatentiefe, eine Probe entnommen. Die Proben werden gemischt, aus dem Gemisch eine Probe gezogen.
Möchtest du die Probe selbst untersuchen, benötigst du ein Bodenuntersuchungsset aus dem Fachhandel. Damit erhältst du aber nur einen groben Überblick über den Reaktionsgehalt und den Anteil der Kernnährstoffe. Möchtest du genauere Ergebnisse haben muss die Bodenprobe von einem Labor untersucht werden. Dazu wird sie in einem neuen Plastikbeutel verpackt. Liegt dir das Ergebnis vor kannst du die optimale Nährstoffversorgung vorbereiten. Einige Labors bieten als Service eine Düngeempfehlung an.
Nährstoffanalysen geben Auskunft über Nährstoffmangel und Nährstoffüberschuss. So können über eine Einschränkung der Düngung Kosten gespart und die Umwelt geschont werden. Die Untersuchung der Bodenreaktion und der Kernnährstoffe ist relativ preisgünstig. Möchtest du weitere Nährstoffe oder Schadstoffe feststellen lassen wird es teurer. Der Abstand der Untersuchungen kann zwischen drei und fünf Jahre liegen.