Nach oben! Eine Mulchschicht hält die Erde biologisch am Leben Großer Nutzen durch Mulchen
Wie wird gemulcht Rindenmulch Rasenschnitt und Stroh
Papier und Rasenschnitt Mulch-Tipps  

Eine Mulchschicht hält die Erde biologisch am Leben

Eine einfache und natürliche Art den Gartenboden zu schützen, ist das Mulchen. Der Boden bleibt feucht, Unkräuter - oder Wildpflanzen - werden unterdrückt und die Mulchschicht gibt Nährstoffen ab. Der Kleingärtner spart das Hacken und Jäten, die Erosion des Bodens wird gestoppt. Mulchen kostest, wenn man Materialien aus dem Garten verwendet, nichts und macht vergleichsweise wenig Arbeit.
Unter Mulchen versteht man das Abdecken des Bodens mit (meist) organischem Material, um somit die Struktur und Fruchtbarkeit zu halten und zu verbessern. In der freien Natur bedecken Laub und abgestorbene Pflanzenreste den Boden. Durch die Zersetzung dieser Schicht werden Nährstoffe freigesetzt. Organismen transportieren den Humus in den Boden und lockern ihn dadurch auf.

 

Großer Nutzen durch Mulchen

Die Mulchschicht verhindert, dass die Sonne den Boden austrocknet und der Regen ihn verschlämmt. Der Wind kann trockene organische Bestandteile nicht mehr abtragen. Unter dieser Schutzdecken vermehren sich Bodenbakterien, Pilze und Kleinlebewesen, die die Mulchschicht sehr langsam zersetzen. Die dabei freigesetzten Nährstoffe gehen in die oberste Bodenschicht und kommen so den Pflanzen zu Gute. Der Boden erhält eine feine Krümelstruktur. Im Sommer verhindert der Mulch eine zu große Erhitzung des Bodens, im Herbst schützt er ihn vor Kälteeinbrüchen. Die Mulchschicht schützt den Boden vor dem Austrocknen. Unter der Mulchschicht bleibt die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßig. Ein für viele Gartenfreunde wichtiger Vorteil des Mulchens ist, dass unerwünschte Pflanzen unterdrückt werden und sich sehr leicht entfernen lassen.
Geeignete Materialien zum Mulchen sind fast alle Gartenabfälle, Rasenschnitt (nur wenn frei von Unkraut), gehäckselter Gehölzschnitt, gesunde Gemüse und Blumenabfälle, Laub, Stroh und der allseits bekannte Rindenmulch. Im Handel gibt es auch Mulchfolie. Auch Kompost (Unkrautfrei), ausgereift oder nicht, und Torf können zum Mulchen verwendet werden. Selbst Papier ist bedingt geeignet. Die einzelnen Materialien dürfen nicht zu grob sein. Grasschnitt sollte nicht länger als 10 bis 15 cm sein. Stroh, große Pflanzenteile und Blumenschnitt sollten gehäckselt sein, bevor sie auf Beet gebracht werden. Möchte man Stallmist verwenden, sollte dieser gut ausgereift sein. Der frische Mist ist zu scharf, er würde den Pflanzen schaden. Auch Rindenmulch hat seine Tücken. Besonders säureempfindliche Pflanzen vertragen ihn nur mäßig gut. Sein Vorteil ist die Langlebigkeit (mindestens 3 Jahre) und die Eigenschaft Unkraut am Keimen zu hindern.
Die verwendeten Materialien sollten keine Samen enthalten. In meiner Anfangszeit als Kleingärtner habe ich besonders mit Rasenschnitt, der stark verunkrautet war und mit Kompost, in dem ich auch Unkraut kompostierte, sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Besonders gute Erfahrungen hatte mein Großvater gemacht, der Torf verwendete, in dem offenbar vorher Tomaten gelagert wurden. Wir hatten in jenem Jahr so viele Tomaten, wie nie zuvor und nie danach.
Im Herbst kann die Mulchschicht die Beete oder einzelne Pflanzen vor Frösten schützen. Das können empfindliche Stauden, flach wurzelnde Gehölze aber auch Rosen sein. Diese Schicht sollte aber zum Frühjahr entfernt werden, damit sich der Boden schneller erwärmen kann. Wenn das Wachstum wieder im Gange ist, kann die Mulchschicht neu aufgetragen werden.

 

Wie wird gemulcht

Mit dem Mulchen beginnt man am besten schon im Frühjahr. Vorher sollte der Boden gut gelockert sein, also mindestens gehackt. Austriebe aus Baumwurzeln werden entfernt. Wurzelunkräuter wie Brennnessel, Giersch und Quecke werden ebenfalls entfernt. Der Boden muss, bevor die Mulchschicht aufgetragen wird, leicht feucht sein, da Regenwasser nur langsam durchsickern kann. Die Schicht wird so dick aufgetragen, dass sie noch Luft durchlässt. Beim Mulchen verteilt man das Material auf der gesamten Fläche unter der Pflanze. Den Stamm sollte das Mulchmaterial nicht berühren.

 

Rindenmulch

Rindenmulch eignet sich sehr gut zur Unterdrückung von Unkraut zwischen Sträuchern, Bäumen und den meisten Stauden. Er ist in der Körnung fein - 0 bis 20 mm, mittel - 10 bis 40 mm und grob - 10 bis 80 mm erhältlich. Die Fläche muss frei von unerwünschten Pflanzen sein. Wenn man 50 bis 100 g Hornspäne streut und darauf dann 5 bis 10 cm dick Rindenmulch ausbringt gedeihen die Pflanzen vorzüglich. Bodenbakterien, die den Rindenmulch zersetzen, benötigen zu ihrer Vermehrung Stickstoff. Hornspäne sind ein organischer Stickstofflieferant, der dieser Mangelerscheinung vorbeugt.

 

Rasenschnitt und Stroh

Wahlweise kann man mit Rasenschnitt oder Stroh mulchen. Mit Rasenschnitt sollte man insofern vorsichtig sein, dass bei einer zu dicken Schicht das Material zu gären und faulen beginnen kann. Wenn man dieses nicht rechtzeitig bemerkt sind die Pflanzen, auch größere Pflanzen, die auf dem Beet stehen, nicht mehr zu retten. Wenn man die Schicht allerdings nie höher als 3 bis 5 cm locker legt und regelmäßig nachschaut, dürfte nichts passieren. Das Argument gegen den Grasschnitt: man zieht sich möglicherweise Ungeziefer direkt an die Pflanzen, halte ich für übertrieben bis falsch. Oft ist ein Rasen mehr eine Wiese. Ein solcher Schnitt beinhaltet viele Samen, die im Laufe des Sommers keimen können. Diese Mulchschicht sollte im Herbst unbedingt eingearbeitet werden.

 

Papier und Rasenschnitt

Wenn es ganz unkrautfrei sein soll, kann man mit einer Kombination aus viel Altpapier, am besten S/W-Zeitungen, und Rasenschnitt mulchen. Dazu gießt man die ganze Fläche und weicht das Zeitungspapier in einer Tonne gut ein. Danach werden die Zeitungen mehrlagig und großzügig überlappend auf der Fläche ausgebreitet. Nur die Pflanzen bleiben frei. Noch einmal alles gut gießen und dann Stroh oder Rasenschnitt aufbringen. Nochmals alles gießen. Bei dieser Methode braucht das ganze Jahr nicht mehr gegossen zu werden und das Unkraut hat auch keine Chance mehr. Sehr aufwendig, aber auch erfolgreich!

 

Mulch-Tipps

Flachwurzler leiden oft unter Trockenheit. Gurken, Paprika, Sellerie, Tomaten, sowie viele Obststräucher kann man mit einer Mulchschicht schützen.

Unter Hecken wächst oft unerkannt Unkraut. Eine Mulchschicht kann dies verhindern.

Verwendet man Torf oder Kompost als Mulchschicht, dürfen diese Materialien nie vollständig austrocknen, weil sie dann nur noch sehr schwer Wasser aufnehmen und bei Starkregen weggespült werden können. Am besten man deckt sie mit einer dünnen Schicht eines anderen Mulchmaterials ab.

Weiches Mulchmaterial (frische Pflanzenreste) lässt man einige Tage abtrocknen. Die Schicht könnte sonst zusammensacken und die Bodenatmung verhindern.

Gemulchte Baumscheiben fördern das Wachstum. Hier eignet sich besonders Grasschnitt. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich Wühlmäuse ansiedeln.

Erdbeerenpflanzen bleiben Unkraufrei, der Boden bleibt feucht und die Früchte liegen trocken, wenn man zwischen die Pflanzen eine Mulchschicht ausbringt.

Rindenmulch kann im Herbst in Rosenpflanzungen zum Anhäufeln genutzt werden. Im Frühjahr wird das Material auf der Fläche verteilt.

Bei feuchtwarmem Wetter kann es vorkommen, dass sich im Rindermulch Fruchtkörpern holzabbauender Pilze bilden. Diese Pilze schaden weder den Pflanzen, noch dem Boden. Sie sind ein Zeichen, dass der Rindenmulch frei von chemischen Zusätzen ist.

 

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Papier und Rasenschnitt Mulch-Tipps