Die beste Pflanzzeit

Während Ende April oder August/September die Koniferen gepflanzt werden, werden ab Oktober die Laubgehölze gesetzt. Diese Gehölze befinden sich nachdem sie das Laub abgeworfen haben in einer Ruhepause. Gepflanzt werden kann, bei offenem Wetter den ganzen Winter über, bis in den Mai, aber bevor der neue Austrieb erscheint.

 

Empfindliche Ziergehölze, die man besser im Frühjahr pflanzt, sind unter anderen Sommerflieder [Buddkja], Edelginster [Cytisus] und Johanniskraut [Hypericum]. Sie müssten bei der Herbstpflanzung besonderen Schutz erhalten. Aus demselben Grunde sollten auch die nachstehenden Schling- und Klettergewächse erst im Frühjahr gepflanzt werden: Waldrebe [Clematis], Osterluzei [Aristolochia], Knöterich [Polygonum] und Glyzine [Wistaria].

 

Von diesen Ausnahmen abgesehen, liegt im Monat Oktober die beste Pflanzzeit für Ziersträucher. Wenn die Pflanzen bis Mitte Oktober in die Erde kommen, entwickeln sie bis zum Eintritt stärkerer Fröste noch so viel Faserwurzeln, dass das Wachstum im Frühjahr gleich stark einsetzt. Das gilt auch für die robusten Schling- und Klettergewächse wie Efeu, Wilder Wein und Jelängerjelieber [Lonicera].

 

Der Platzbedarf

Jedem Baum oder Strauch müssen wir so viel Platz einräumen, dass er sich, seiner Wuchsform entsprechend, entwickeln kann. Außerdem sind die möglichen Wuchshöhen zu berücksichtigen, damit z. B. niedrigere Sträucher von den höheren nicht unterdrückt werden.

 

Mit oder ohne Ballen
Containerpflanzen

Das sind Pflanzen die in einem Pflanzcontainer (Topf) gezogen wurden. Sie lassen sich gut transportieren und können das ganze Jahr über gepflanzt werden.

 

Ballenpflanzen
Dies sind Pflanzen, deren Wurzeln durch einen Erdballen geschützt werden. Ein Ballentuch hält die Erde zusammen. Diese Gehölze sind in einer Baumschule herangezogen und für den Vertrieb ausgegraben worden. Die Erde im Ballentuch schützt die feinen Faserwurzeln und hält sie feucht.

 

Wurzelnackte Pflanzen
Wurzelnackte Pflanzen haben keinen schützenden Erdballen, sondern sind nur leicht mit Erde behaftet. Bei der Lagerung dieser Pflanzen muss man besonders vorsichtig sein, um ein Austrocknen zu verhindern.

 

Ballenpflanzen können, ebenso wie wurzelnackte Laubpflanzen nur im Herbst bis Frühjahr während der Vegetationsruhe der Pflanzen gesetzt werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass Gehölze mit Ballen leichter anwachsen, als die mit losen Wurzeln. Das liegt daran, dass die Faserwurzeln unbeschädigt bleiben. Der Pflanzaufwand bei ballenloser Ware ist etwas höher. Benötigt man viele Gehölze z. B. für eine Wind- oder Sichtschutzhecke, sind ballenlose Bäume und Sträucher preiswerter. Ausfallende Pflanzen lassen sich ersetzen. Hat man besondere Gehölze, wünscht man eine Anwachsgarantie oder spielt die Wuchsform eine Rolle, greift man zur teureren Ballenware oder zur noch teureren Containerware. Obstgehölze, Rosen und einige andere Gehölze wurden in der Vergangengheit ohne festen Wurzelballen angeboten. Hier ist das richtige Pflanzen besonders wichtig.

 

Vorbereitung

Gehölze, die verpflanzt werden sollen, ob Heckenpflanze oder Baum, müssen gut bewurzelt sein. Bei Pflanzen ohne Wurzelballen ist schon beim Kauf darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht ausgetrocknet sind. Das gilt weiter bis zum Pflanzen. Für den Transport von der Baumschule bis zur Pflanzstelle sollte man sich genügend Säcke mitnehmen. Sie sind feucht über die Wurzeln zu decken.

 

Ist ein sofortiges Pflanzen nicht möglich, werden die Pflanzen vorübergehend in Erde eingeschlagen, denn die feinen Wurzeln reagieren empfindlich auf Trockenheit. Zur "provisorischen Pflanzung" eignet sich ein freies, nicht überdachtes Beet. Hier wird ein etwa 30 Zentimeter tiefer Graben angelegt, der zu einer Seite angeschrägt ist. In den Graben legt man die Gehölze so, dass die Wurzeln gut bedeckt werden können und Stamm und Triebe gut auf der Schräge aufliegen. Nun bedeckt man die Wurzeln mit dem Aushub. Man kann auch mehrere Reihen hintereinander anlegen. Durch Antreten werden die Luftzwischenräume zwischen den Wurzeln beseitigt. Werden verschiedene Pflanzen eingeschlagen, ist eine Kennzeichnung unbedingt notwendig. Bei plötzlichen Nachtfrösten schützt man die Pflanzen mit Vlies oder Rindenmulch. In Trockenperioden wird gewässert. Notfalls können die Pflanzen so bis zum zeitigen Frühjahr gelagert werden.

 

Umpflanzen

Wird es einmal nötig Bäume und Sträucher zu verpflanzen, bietet sich die Technik des Ballenstechens an. Dazu werden eventuell im Umfeld befindliche Stauden und kleinere Sträucher ausgegraben und vorübergehend eingeschlagen. Von dem zu verpflanzenden Gehölz werden dürre und trockene Äste abgeschnitten. Der Rest wird, wenn nötig, zusammengebunden.

 

Nun legt man einen ausreichend großen Erdballen fest. Ideal ist bei Bäumen ein Radius, die dem fünffachen Stammdurchmesser entspricht. Der Spaten wird im festgelegten Abstand in die Erden geführt. Dabei werden die äußeren Wurzeln durchtrennt. Die Erde wird ausgehoben. Dicke Wurzeln werden mit der Schere oder mit der Säge getrennt, damit die Wunde möglichst klein bleibt. Hat man so den Baum oder Strauch einmal in angemessener Tiefe umrundet, stößt man kraftvoll mit dem Spaten unter den Ballen um die Ankerwurzeln zu durchtrennen.

 

Jetzt wird ein ausreichend großes quadratisches Tuch aus Jute oder einem anderen verrottbaren Material unter den Ballen geschoben. Das Tuch wird am Stamm verknotet. Bei größeren Gehölzen kann man zusätzlich ein Drahtgeflecht verwenden.

 

Ältere Gehölze verpflanzen

Gehölze, die länger als fünf Jahre am selben Ort stehen, werden in zwei Etappen verpflanzt. Im ersten Jahr wird im richtigen Abstand um die Pflanze ein schmaler, etwa 50 cm tiefer Graben gezogen. Auch hier werden die dicken Wurzeln mit der Schere oder mit der Säge durchtrennt. Der Graben wird mit Humuserde gefüllt. So bildet sich nach einem Jahr ein kräftiger Wurzelballen mit vielen neuen Faserwurzeln. Im zweiten Jahr setzt man die oben beschriebene Prozedur fort, wobei die sich neu gebildeten Faserwurzeln schont.

 

Der Pflanzschnitt

Besonders bei Pflanzen ohne Ballen ist ein Pflanzschnitt vorteilhaft. Dazu werden die Triebe um die Hälfte reduziert und eine gleichmäßige offene Krone gebildet. Endknoten sollten nach außen weisen. Veredelte Pflanzen neigen dazu Wildtriebe zu bilden. Diese werden ebenfalls entfernt. Alle Ziersträucher, die im Herbst gepflanzten werden, schneidet man ebenfalls etwas zurück, damit das Gleichgewicht zwischen ober- und unterirdischen Teilen einigermaßen hergestellt wird. Je nach Wuchskraft nimmt man alle Triebe auf zwei Drittel oder die Hälfte ihrer Länge zurück. Schwachwachsende Gehölze werden stärker zurück geschnitten als stark wachsende, denn, je stärker der Pflanzschnitt, desto kräftiger der Austrieb. Pflanzen mit gut durchwurzeltem Ballen benötigen keinen Pflanzschnitt. (Die Gartenhecke - Verwendung, Pflanzenwahl, Pflege)

 

Das Pflanzloch

Das Pflanzloch soll mindestens ein Drittel größer als der Wurzelballen, bzw. die freiliegenden Wurzeln, sein. Die Fläche, auf der der Baum oder die Hecke gepflanzt werden soll, muss vorher mindestens zwei Spatenstiche tief bearbeitet werden. Bei der Bodenbearbeitung werden Wurzelunkräuter vorsorglich entfernt. Deshalb benutzt man zur Bearbeitung des Bodens eine Gradegabel, die zertrennt die unterirdischen Ausläufer der Unkräuter nicht so schnell, wodurch man sie besser entfernen kann. Quecke, Winde und Giersch sind die häufigsten Wurzelunkräuter. Sie treiben selbst aus dem kleinsten Wurzelstück aus. Werden sie nicht entfernt treten sie schnell in Konkurrenz zur Neuanpflanzung. (Mehr zu Unkräuter/Wildkräuter)

 

Die Erde wird schichtweise ausgehoben damit der humusreiche Anteil im Oberboden nicht mit dem humusarmen Boden vermischt wird. Dann schlägt man, will man einen Baum pflanzen, einen Pfahl ein. So wird das Bäumchen nicht vom ersten Sturm umgeworfen.

 

Da die Pflanze unter Umständen jahrzehntelang stehen bleiben soll, muss die Erde der Pflanzstelle beim Bearbeiten vor allem mit Humus angereichert werden. Toniger oder lehmiger Boden kann durch Torf und Sand verbessert werden. Damit wird der Bodenlufthaushalt verbessert. Schweren Tonboden erkennt man daran, dass sich die feuchte Erde problemlos zu einer dünnen Wurst ausrollen lässt und sich beinahe wie Knetgummi verhält. Je dünner die Wurst geformt werden kann, desto tonhaltiger ist der Boden! Nährstoffe sind in einem solchen Boden zunächst genügend vorhanden. Eventuell auftretende Staunässe macht eine Drainage notwendig. (Mehr zum Gartenboden)

 

Ein nährstoffarmer, meist heller Sandboden verlangt einerseits eine Düngergabe, andererseits auch die Beimischung von reichlich Lehmboden oder Blumenerde. So hält sich das Wasser besser in Oberflächennähe und bleibt für die Wurzeln der jungen Pflanzen erreichbar. Man arbeitet in die Erde des oberen Spatenstichs reichlich verrotteten Stallmist oder Torf ein. Die humusreiche Komposterde ist natürlich gleichwertig. Wenn die Erde zum Sauerwerden neigt, streut man nach der Bodenbearbeitung Kalk auf und hackt ihn oberflächlich ein. Frischen Stallmist wird nicht eingearbeitet. Bei Neupflanzungen verwendet man ihn besser als Bodenbedeckung. Er kommt den Gehölzen trotzdem zugute, wenn im nächsten Herbst zwischen ihnen gegraben wird. Vorerst dient er als Schutz vor Frosteinwirkung und zur Regulierung der Bodenfeuchtigkeit. (Mehr zum Gartenboden)

 

Einpflanzen

Vor dem Einsetzen werden Gehölze, auch Rosen, 24 Stunden, nicht länger, gewässert, das heißt, ins Wasser gestellt. Bei der Pflanzung ist, speziell bei trockenem, sonnigem Wetter, darauf zu achten, dass die Pflanzenwurzeln nicht länger als wenige Minuten offen liegen. Die Pflanzen können mit einem feuchten Tuch, oder ähnlichem, abgedeckt werden. Sehr lange und beschädigte Wurzeln werden gekürzt. Das Zurückschneiden von dicken Wurzeln ist zu vermeiden, hier entstehen Wunden, in die Pilze und andere Krankheitserreger eindringen können. Weiterhin könnten dadurch wichtige Versorgungsbahnen (Feinwurzel) entfernt werden, die die Pflanze zur Nährstoffaufnahme benötigt. Pflanzen mit Ballen die sich im Tuch befinden, werden mit selbigen gepflanzt, wobei der Knoten am Stamm geöffnet wird. Nun wird die Pflanze eingesetzt und die Wurzeln locker mit dem Aushub verfüllt. Beim Einlegen der Wurzel sollten diese nicht geknickt werden. Dies erreicht man in dem man die Pflanze zuerst etwas zu tief und dann beim Anschütten mit der Erde etwas nach oben zieht. Es ist darauf zu achten, dass das Gehölz nicht tiefer oder höher steht als es vorher stand. Das müsste man an der Rinde erkennen können. Die ausgehobene Erde wird nun schichtweise wieder eingetragen. Ist das Pflanzloch verfüllt, wird der Boden gut festgetreten. Damit nicht der ganze Garten gewässert werden muss, formt man einen Gießrand. Gehölze sollten immer vollständig eingeschlämmt werden. Die Erde setzt sich so und gleicht den Wasserverlust aus. Zum Anbinden an den Pfahl (bei Bäumen) verwendet man breiteres nicht scheuerndes Material.

 

Allen frisch gepflanzten Gehölzen, gibt man eine Bodenbedeckung. Der Frost kann dann nicht so schnell und so tief eindringen. Außerdem hält sich die Bodenfeuchtigkeit, die zum Anwachsen der Pflanzen unbedingt nötig ist, länger. Als Material zum Bedecken der Erde kann man bei Gehölzen Laub verwenden, wie es im Herbst anfällt oder Rindenmulch. Rindenmulch verbraucht Stickstoff zur eigenen Zersetzung, deshalb gibt man Stickstoffdünger dazu. Andernfalls holt sich der Mulch den nötigen Stickstoff aus dem Boden und die Pflanzen leiden unter Chlorose (gelbe Blätter). (Mehr zum Mulchen)

 

Die wichtigsten Maßnahmen beim Pflanzen der Ziersträucher sind Feuchthalten der Wurzeln bis zum Pflanzen, Eintauchen im Lehmbrei, festes Einpflanzen und gründliches Gießen. Bei Containerpflanzen wird der Topfballen aus dem Container gelöst und in die ausreichend große Pflanzgrube so tief gesetzt, dass seine Oberkante mit dem Boden abschließt. (Die Gartenhecke - Verwendung, Pflanzenwahl, Pflege)

 

Rosen pflanzen

Pflanzzeit für Rosen ist die Zeit der Vegetationsruhe, also die Zeit beginnend im Herbst bis zum Frühjahr, mit Ausnahme der Frostperioden. Man sollte nicht zu früh pflanzen, damit die Rosen besser ausgereift sind und weil bei früher Pflanzung die Rosen noch neu austreiben könnten und damit frostempfindlich werden. Am besten man pflanzt die Rosen im April. Die Mitte Oktober gepflanzten bilden aber schon neue Wurzeln, bevor der Boden durchfriert. Darum treiben sie auch im Frühjahr stärker aus, als die dann gepflanzten.

 

Der Pflanzenabstand muss bei Hochstammrosen 0,75 Meter bis 1,0 Meter betragen. Bei Buschrosen genügen 0,4 Meter bis 0,5 Meter. In mehreren Reihen gepflanzt, lässt man zwischen jeder einen Abstand von 1 Meter bis 0,6 Meter. Buschrosen pflanzt man so tief, dass die Veredelungsstelle, zirka 5 Zentimerter, mit Erde bedeckt ist. Auch wenn es für den Einen oder Anderen eigenartig klingt, Hochstammrosen werden nicht senkrecht gepflanzt. Das schräge Einpflanzen der Hochstammrosen erleichtert das Niederlegen und Eingraben der Krone im Spätherbst. Der Winkel zum Erdboden sollte etwa 60° betragen.

 

Zu beachten ist, dass die Rosen vor der Pflanzung am besten über Nacht ins Wasser gestellt werden. Die verletzten Wurzeln kürzt man vor dem Pflanzen mit einem scharfen Messer etwas ein. Anschließend kann man sie in Lehmbrei tauchen. Vor allem ist beim Pflanzen darauf zu achten, dass die Wurzeln senkrecht in die Erde kommen. Ob man Triebe gleich bei der Pflanzung oder im Frühjahr kürzt, ist eine Frage der "Weltanschauung". Die Veredlungsstelle wird 5 cm in die Erde gesetzt. Damit wird schon der erste Winterschutz gegeben. Festes Einpflanzen und anschließendes Gießen gewährleisten bei Rosen das sichere Einwachsen. Als Schutzmaßnahmen werden die Rosen mit Erde, Mulch oder Torf angehäufelt und mit Reisig als Sonnenschutz abgedeckt. Zum Anhäufeln nimmt man nicht die Erde in unmittelbarer Nähe der Pflanzstelle. Die Wurzeln könnten sonst unter Frost leiden. Die Hügel müssen so hoch sein, dass etwa 15 Zentimeter der unteren Triebteile geschützt sind. Der Boden wird mit Mulchmaterial abgedeckt.

 

Im Herbst gepflanzte Rosenhochstämme werden im Anschluss an das Pflanzen umgelegt und ihre Kronen mit Erde bedeckt. Damit die Kronen fest liegen, heftet man sie mit einem Holzhaken (Astgabel) am Boden an. Erde wird so viel aufgebracht, dass die Triebe der Kronen allseitig etwa 10cm bedeckt sind. Die Stämme kann man ebenfalls mit Erde bedecken. Es genügt aber auch, wenn sie durch aufgelegte alte Säcke oder Fichtenzweige geschützt werden. Hat man nicht genügend Platz um die Rosenhochstämme umzulegen, packt man die Rosen zuerst mit porösen Fließ (keine Folie) und Fichtenzweige kräftig ein. Damit das Stämmchen nicht weg bricht, befestigt man es an einem Pfahl.

 

Ab Ende Oktober soll man auch die schon länger stehenden Rosen mit dem Winterschutz versehen. Dabei ist wie oben vorzugehen. Die Triebe der Rosen darf man nur etwas kürzen und auf keinen Fall endgültig zurückschneiden. (Rosen haben Stacheln - Meine große Rosenseite)