Wann dürfen Gehölze geschnitten werden

 

Der Zeitraum, in dem Hecken geschnitten oder gerodet werden dürfen ist bundesweit einheitlich im Bundesnaturschutzgesetz geregelt. Danach dürfen Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze nur in der Zeit von Oktober bis Februar abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Von März bis September sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses oder zur Gesunderhaltung der Pflanzen zulässig.

 

Für Bäume ist die Kommune zuständig

 

Bäume, die auf gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, sind von dieser Regelung ausgenommen. Hier greift eventuell eine Baumsatzung der Kommune. Diese legt fest, ob und zu welcher Zeit ein Baum gefällt oder radikal zurückgeschnitten werden darf und ob man eine Genehmigung benötigt.

 

Schutz der wildlebenden Tiere

 

Nach § 39 Abs. 1 BNatSchG ist es verboten, "Lebensstätten wildlebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören". Bäume, in denen Vögel nisten dürfen also nicht stark zurückgeschnitten oder gefällt werden.
Ein Pflegeschnitt an Obstgehölzen und Hecken ist unter Berücksichtigung des Schutzes der Lebensstätten wildlebender Tiere erlaubt. Auf jeden Fall muss man vor dem Schnitt auf Nistplätze von Vögeln und Verstecke von Kleintieren achten und gegebenen Falls auf diesen verzichten.

 

Die Ausnahme von der Regel

 

Eine Ausnahme besteht, wenn Rückschnitt oder Fellen der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen und nicht zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können. Aber auch in diesem Fall sollte man sich nach Möglichkeit bei der zuständigen Behörde informieren.

 

Bei Verstößen

 

Verstöße gegen den § 39 BNatSchG sind eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Bußgeld von bis zu 10 000 Euro droht.