Wenn die Menschen das 'Unkraut' nicht nur ausreißen, sondern einfach aufessen würden, wären sie es nicht nur los, sondern würden auch noch gesund.
Johann Künzle


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Löwenzahn Brennnessel Portulak
Vogelmiere Feldampfer Amaranth
Tatarischer Buchweizen Malve  

 

Gesunde Un- und andere Kräuter

In alten Kräuterbüchern sind die wildwachsenden Pflanzen aufgezählt, die wir als Unkraut bezeichnen. Dort sind sie oft nicht nur genießbar, sondern auch gesund und heilsam. Für uns als Gartenbesitzer stellt sich also die Frage das Unkraut auszurupfen, bevor es sich ausbreitet oder es als Beigabe zu Salate, Gemüse und Suppen zu verwenden.
Viele "Unkräuter" - Augentrost, Erdrauch, Melde, Portulak, Sauerampfer, Ackerveilchen, Rotklee, Hirtentäschel, Feldampfer - bevorzugen mageren Boden. In feuchter Gegend gedeihen Winterkresse, Anserine, Pfefferminze, Wegwarte und Fetthenne. Will man sie essen, verwendet man die dicken Stängel nicht, sondern nur die zarten Teile. Weil jedes Kraut seinen eigenen Geschmack hat, sollten nicht mehr als drei Kräuter in den Salat gemischt werden. Für Saft kann man alle gleichzeitig pressen; wenn er zu herb schmeckt, fügt man Mohrrübensaft hinzu. Nichts hindert uns daran das so genannte Unkraut im Zimmergarten anzubauen. Löwenzahn und Wegwarte gräbt man im Spätherbst, bevor der Boden friert, büschelweise mit den Wurzeln aus und packt sie in Sand. Schon in wenigen Wochen erscheinen die ersten zarten Triebe.

 

Melde

Der Nährwert von Melde übertrifft Spinat, der ein naher Verwandter ist, an Vitamin A- und C-Gehalt und fast alle gewöhnlichen Grüngewächse an Calcium. Sie enthält 4,5 % Protein, also mehr als jedes grüne Gemüse und alle Früchte.

 

Löwenzahn

Löwenzahn - Taraxacum officinale - ist unter vielen Namen bekannt. Einige davon sind hier aufgezählt:
Augenmilch, Augenwurz, Bärenzahnkraut, Bayrischer Enzian, Bettpisser, Blindblume, Brummer, Butterblume, Eierkraut, Franzosensalat, Hahnenspeck, Hundeblume, Judenblume, Kettenblume, Kuhblume, Kuhlattich, Kuhscheiß, Laternenblume, Lichtbloom, Märzblume, Maiblume, Marienzahn, Melkdistel, Milchdistel, Milchstöck, Pappenstiel, Pfaffenkopf, Pfaffenplatte, Pferdeblume, Pusteblume, Röhrlkraut, Schäfchenblume, Schweineblume, Saurüssel, Sonnenwurzel, Teufelsblume, Wilde Zichorie.
Löwenzahn hat mehr Gehalt an Vitamin A als jedes gekaufte grüne Gemüse. Wenn man die zarten Blättchen im Frühjahr vor dem Blühen pflückt, kann man daraus eine ganze Schüsselvoll Salat zubereiten.
Sein Milchsaft heilt heute noch Warzen und er eignet sich hervorragend für eine Blutreinigungskur im Frühjahr. Schon im 11. Jahrhundert berichteten arabische Ärzte von seiner heilenden Wirkung; heute wird Extrakt des Löwenzahns bei Leber, Gallen, Blasen und Nierenleiden und Gelenkerkrankungen verabreicht.
Es gibt viele Liebhaber von Wiesen mit blühendem Löwenzahn. Das sind meistens keine Gartenbesitzer. Die Gartenbesitzer benutzen einen Löwenzahnstecher oder ähnliche Geräte um jeden neu erscheinenden Trieb mit möglichst großem Wurzelteil auszustechen. Am einfachsten geht dies bei feuchter Erde nach einem Regen.
      Siehe auch:

Sauberer Kompost
Löwenzahn, Gänseblümchen, Kriechender Hahnenfuß, Wegerich
Rasenunkräuter

 

Brennnessel

Auch die Brennnessel - Urtica dioica - hat viele Namen:
Donnernessel, Donnernettel, Dudelkolbe, Estekraut, Feuerkraut, Gichtrute, Große Neddeln, Nessel, Senznessel, Tausendnessel, Teufelskraut, Tissel, Tittenkölbl, Zingel.
Weil die Brennnessel die Durchblutung steigert, gelten Gerichte mit ihr als aphrodisierend. Auch 1 bis 2 Teelöffel Brennnesselsamen ins Müsli gegeben, soll das menschliche Lustbedürfnis steigern. Ein daraus zubereiteter Tee vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit.
      Siehe auch:

Mehrjährige Brennnesseln, Winde, Giersch und Brombeere

 

Portulak

Portulak übertrifft alles Grün außer Petersilie an Eisengehalt.

 

Vogelmiere

Nicht alles was wir als Unkraut bezeichnen ist wirklich überflüssig. Vogelmiere ist weltweit verbreitet. Dieses Wildkraut kann nicht nur an die Hühner verfüttert werden, sondern eignet sich auch sehr gut zur menschlichen Ernährung. Aufgrund seines milden Geschmacks kann es zu Salat verarbeitet oder als Gemüse, etwa wie Spinat, gekocht werden.

 

Feldampfer

Feldampfer hat nicht nur einen hohen Gehalt an Vitamin A und Kalium, sondern enthält außerdem dreimal mehr Vitamin C als die Zitrone.

 

Amaranth

Diese sehr alte Kulturpflanze gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Das Wort "Amaranthus" stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie "unsterblich". Die Blätter des Amaranth können wie Spinat zubereitet werden. Neben den Blätter sind auch die Samen des Amaranthus essbar und sehr gesund. Die sehr kleinen Körner enthalten nämlich im Vergleich zu Getreidearten ein Vielfaches an Calcium, Magnesium und Eisen, zudem einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, sind glutenfrei und gut verdaulich.
Besonders herausragend ist die Qualität des Eiweißes. Um die Samen ernten zu können, sind klimatisch warme Gebiete notwendig. Gesät wird dann Ende April/Anfang Mai, geerntet ab Mitte September. Die jungen Blätter vom Amaranth kann man aber laufend ernten. Amaranthkörner sind bei uns in Naturkostläden erhältlich.

 

Tatarischer Buchweizen

Der Tatarischen Buchweizen (Fagopyrum tartaricum) ist aus Asien zu und gelangt. Seit dem 18. Jahrhundert wird er in Gebirgsgegenden von Deutschland angebaut. Der Anbau gleicht dem des normalen Buchweizens, das heißt: Aussaat nicht vor Ende Mai. Der Unterschied zum herkömmlichen Buchweizen liegt in der Schale. Diesem Samen fehlt die äußere, sehr harte Schale. Deshalb kann der Tatarische Buchweizen mit der weichen Schale ohne weiteres Schälen verwendet werden.

 

Malve

Die wilde Malve, auch Algiermalve genannt (Malva sylvestris), mit ihren schon fast schwarzroten Blüten ist nicht nur dekorativ, sondern ist auch eine alte Heilpflanze. Die Chinesen kannten schon vor 5.000 Jahren die Malve als entzündungshemmendes Heilmittel gegen Husten, Heiserkeit und Lungenkatarrh. Dazu werden die Blüten bei trockenem Wetter gesammelt und an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Für den Tee zwei Teelöffel Blüten mit nur lauwarmem Wasser übergießen, acht Stunden ziehen lassen und dann lediglich trinkwarm erwärmen, nicht erhitzen. Die jungen Blätter der Malve können als Beimischung zum Salat dienen.

 

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