Die besten Pflanzen fürs Badezimmer
Die Pflanze für alle Räume gibt es nicht. Für den Lebensraum von Pflanzen sind Licht, Wärme, Luftfeuchtigkeit und Bodenfeuchtigkeit die wichtigen Faktoren. Und die Bedürfnisse sind von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. Bei einem Badezimmer geht man im Normalfall von wenig Licht und warmer, feuchter Luft aus. Bedingungen, die denen im tropischen Regenwald ähneln. Denn die großen Kronen der hohen Urwaldbäume beschatten alles was unter ihnen wächst.
Tropische Urwaldpflanzen bevorzugen eine höhere Luftfeuchtigkeit, kommen aber auch oft mit weniger Licht aus. Die Blatttriebe werden länger und die Blätter größer. Im Badezimmer wird die Pflanze Richtung Fenster wachsen. Tropische Farne wachsen in der Natur am Boden - weniger Licht -, aber auch oben an den Bäumen. Sie vertragen also auch ein warmes, sonniges Badezimmerfenster mit erhöhter Luftfeuchtigkeit.
Ich glaube eine Must-Have-Badezimmerpflanze gibt es nicht. Die Pflanzen sollten immer mit der Raumgröße und den Möbeln korrespondieren. Blütenpflanzen fürs Bad halte ich, mit wenigen Ausnahmen, für nicht besonders passend, weil sie in jedem Fall viel Licht brauchen. Wenn man aber genügen Fensterfläche hat und das Bad durchgehend warm ist, kann man Orchideen ins Fenster stellen.
Verlieren die Pflanzen am dunklen Standort an Ansehen sollte man sie im regelmäßigen Austausch mit einer zweiten Pflanze ins Bad stellen. Generell gilt für alle Pflanzen, je weniger Licht, umso weniger gießen. Als Pflanzsubstrat eignen sich normale Blumenerde, Kokosblumenerde oder ein Tongranulat. Einige Pflanzen können auch gut in Hydrokultur gehalten werden. Ist das Badezimmer groß und hell, muss man sich bei der Auswahl der Pflanzen nicht bremsen. Aber alle Pflanzen die aus trockenen Gebieten stammen, z.B. Sukkulente, haben meiner Meinung nach nichts im Badezimmer zu suchen. Die meisten werden, wenn sie direkt im Fenster stehen, wachsen. Eine Bereicherung für den Raum ist das aber nicht.
Wenn Kleinkinder in der Wohnung leben, sollte man berücksichtigen, dass einige Pflanzen beim Verzehr mehr oder weniger starke Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Mir fallen spontan die Efeutute und die Dieffenbachie ein.

 

Chamaedorea elegans ist eine Bergpalme. Diese zierliche Art stammt aus den feuchten Wäldern Südmexikos und Guatemalas. Sie braucht verhältnismäßig wenig Licht und Pflege, liebt es feucht, verträgt aber keine Staunässe. Bergpalmen können jahrelang auch in kleineren Gefäßen stehen.

 

Vom heimischen Efeu [Hedera helix] gibt es auch kleinwüchsige Sorten z.B. Hedera helix "Goldherz" mit schöner Blattzeichnung. Die Pflanze eignet sich nicht für zu stark beheizte Räume. Direktes Sonnenlicht ist zu vermeiden, aber zu dunkel ist auch nicht gut. Darunter leidet die Blattzeichnung.

 

Epipremnum sind Kletterpflanzen aus immergrünen Regenwäldern Südostasien und der Westpazifik-Region. Dort wachsen sie im unteren, schattigen Bereich, bis in Höhen von 20 Meter. Epipremum pinnatum (Efeutute) und Epipremnum aureum (Goldene Efeutute) können kletternd, an einem Moosstab, oder rankend, als Ampelpflanze verwendet werden. Hydrokultur verträgt die Efeutute auch gut. Die Pflanzen können jederzeit zurückgeschnitten werden. Je heller die buntgezeichneten Blätter der Pflanzen sind, umso mehr Licht benötigt sie. Als kleines Extra reinigt die Pflanze die Luft von Benzol, Formaldehyd, Trichlorethen, Xylolen und Toluol. Alle Pflanzenteile sind insbesondere für Kleinkinder und Haustiere giftig, wenn sie in größeren Mengen verzehrt werden.

 

Relativ wenig Licht benötigt das Einblatt [Spathiphyllum]. In seiner tropischen, südamerikanischen Heimat wächst es im stark schattigen Bodenbereich, bei einer hohen Luftfeuchtigkeit. In einem lichtarmen Badezimmer kann es sich wohl fühlen.

 

Nestfarn (Streifenfarn) [Asplenium nidus] ist ein über die gesamten Tropen verbreiteter, epiphytischer Farn. Er wächst in den Regenwäldern auf Bäumen und Felsen. Dieser Farn braucht Wärme und Feuchtigkeit. Er sollte nicht ganz dunkel stehen, verträgt aber auch nicht den sonnigen Fensterplatz. Wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit, aber keine Staunässe. Sollte die Luftfeuchtigkeit nachlassen muss die Pflanze besprüht werden.

 

Vom den Schiefblatt-Arten [Begonia] gibt es sehr viele, sehr dekorative Arten und Züchtungen. Ich habe eine kleine Auswahl zusammengestellt.
Begonia "Cleopatra" besitzt lebhaft gezeichnet ahornähnliche Blätter und duftende hellrote Blüten. Vor Sonne schützen. Bei zu dunklem Standort verlieren die Blätter die schöne Zeichnung.
Begonia albopicta stammt aus Brasilien. Die Blätter dieser etwas starkwüchsigen Pflanze sind an der Oberseite grün mit kleinen silbrigen Flecken. Auch bei dieser Pflanze muss eine direkte Sonnenbestrahlung vermeiden werden. Die Pflanze kann im Frühjahr gestutzt werden.
Begonia boweri ist eine buschig wachsende Blattbegonie aus Mexiko. Ihre dekorativen Blätter reichen ca. 15 bis 20 cm hoch. Sie blüht im späten Winter oder zeitigem Frühjahr. Diese Pflanze benötigt einen hellen Standort und hohe Luftfeuchtigkeit.
Begonia x credneri ist eine hübsche kleine Strauchbegonie. Die Blätter sind an der Oberseite metallisch dunkelgrün, stark behaart und unterseits dunkelrot. Diese Begonie bildet auffallend große hellrote Blüten. Ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung wird auch bei dieser Pflanze bevorzugt. Begonia x credneri soll im Sommer gleichmäßig feucht gehalten werden.

 

Die Schusterpalme [Aspidistra elatior] ist eine unverwüstliche Zimmerpflanze. Wild kommt sie heute vom Himalaja bis Japan vor. Wegen ihrer geringen Ansprüche an Licht und Luftqualität ist sie ein optimaler Kandidat für dunkle Ecken. Sie sollte nicht zu oft gegossen und vor Staunässe geschützt werden.

 

In den Tropen und Subtropen steht er oft am Rande der Regenwälder, der Schwertfarn [Nephrolepis exaltata]. Diese sehr attraktive Pflanze verträgt kein direktes Sonnenlicht, sollte aber auch nicht in der dunkelsten Ecke stehen. Der Wurzelballen muss immer gleichmäßig feucht sein, weshalb sich eine Hydrokultur anbietet. Die Pflanze benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit, alternativ müssen die Blätter häufig besprüht werden.

 

Für das fensterlose Bad gibt es eigentlich keine Pflanzen, es sei denn man lässt das Licht längere Zeit an, oder verwendet eine spezielle Pflanzenleuchte. Es gibt aber eine robuste Pflanze, die sehr anspruchslos ist und mit viel und wenig Licht auskommt. Zamioculcas (Zamie oder Glücksfeder) [zamiifolia] kann auf einem dunklen wie auf einem hellen Standort stehen. Das bedeutet aber nicht, dass sie ganz ohne Licht auskommt. Bei einem fensterlosen Bad sollte sie dicht an der Lichtquelle stehen und/oder regelmäßig ausgetauscht werden. Sie wird nur mäßig gegossen und wenig gedüngt.

 

 

 

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