Blüten im winterlichen Garten - Gehölze

 Wenn du dich im Winter an blühenden Gehölzen im Garten erfreuen möchtest, ist ein mildes Klima oder mindestens eine milde Wetterphase notwendig. Deshalb ist der Begriff Winterblüher etwas optimistisch gewählt.

Bei minus 10° C und tiefer, geben auch die besten Blüher auf. Da müssen Sie auf mildere Temperaturen im zeitigen Frühjahr warten. Das Klima, der Wetterverlauf in einem bestimmten Jahr und das Mikroklima am Standort sind ausschlaggebend für die zeitige Blüte. Auch wenn die Bedingungen günstig sind, kann die Blütezeit nicht genau angegeben werden. Alle Angaben zur Blütezeit sind in diesem Beitrag also Richtwerte, die sich bei mildem Wetter verfrühen bzw. in rauen Lagen und bei tief winterlichem Wetter verspäten können. Der Schönheit tut dies aber keinen Abbruch und für eine Überraschung sind Winterblüher allemal gut. Denn zwei bis drei Wochen mildes Wetter können Augen und Nase verwöhnen. Ich möchte dir hier einige Gehölze vorstellen, die im Winter blühen können.

Die Blütenknospen der Schneeforsythie [Abeliophyllum distichum] sind endständige Trauben, kugelig-eiförmig, nur von den dunkel weinroten Kelchblättern eingeschlossen. Die aus Korea stammende Pflanze blüht im März/April zartrosa-weiß und verströmt einen starken Mandelduft.

Gelegentlich findet man die aus China stammende Winterblüte [Chimonanthus praecox] in den Gärten. Deren stark duftende Blüte erscheint oft schon im Januar. Die Hauptblütezeit fällt in die Monate Februar/März. An den zweijährigen Trieben erscheinen dann die Blüten mit den zahlreichen Blütenblättern, die äußeren sind länger und hellgelb, die inneren kürzer und dunkel purpurfarben mit Übergängen. Die Sorte "Lotus" hat reingelbe Blüten. Die Pflanzen sind zwar winterhart, sollten jedoch einen Platz vor einer warmen Süd- oder Westwand bekommen, weil die Blüten kälteempfindlich sind.

Clematis ist als Frühlings- und Sommerblüher bekannt. Es gibt auch im Winter blühende Arten. Clematis cirrhosa kann mitten im Januar blühen. Ihre weißlichen Blüten sind mittelgroß und wirken halbgeöffnet ein wenig glockig.

Cornus mas, die Kornelkirsche blüht von Ende Februar bis März. Die goldgelben Blüten sind winzig klein und erscheinen in kleinen Blütenständen ohne dekorative Tragblätter, aber so überreichlich an kleinen wie an dickeren Zweigen, dass sie sehr wirksam sind. Die Sorte "Variegata" hat weiß geränderte Blätter. Die Japanische Kornelkirsche [Cornus officinalis] ist der vorgenannten Pflanze sehr ähnlich, blüht aber etwas früher.

Zur Familie der Zaubernussgewächse [Hamamelidaceae] gehört die Armblütige Scheinhasel [Corylopsis pauciflora] und die Ährige Scheinhasel [Corylopsis spicata]. Beide blühen im März bis April, die Ährige Scheinhasel hellgelb mit roten Staubbeuteln, die Armblütige Scheinhasel zart gelbgrün mit gelben Staubbeuteln und rötlichen Tragblättern.

Jeder kennt sie, bei Allergikern sorgt sie für Verdruss, die Haselnuss [Corylus avellana]. Bereits im Winter werden die Zweige von den männlichen Kätzchen geschmückt, die sich im günstigen Fall Ende Januar öffnen. Die normale Blütezeit liegt im März/April. "Contorta" ist eine bizarre Sorte, deren Äste sich korkenzieherartig verdrehen.

Von Sibirien und Kleinasien bis Europa verbreitet ist der Gemeine Seidelbast (Kellerhals) [Daphne mezereum]. Aus einer Blütenknospe erscheinen im Februar bis März (April) 2 bis 3 Blüten mit rosa bis purpurlilafarbenem, bei einigen Sorten auch weißem Kelch. Sie verbreiten einen intensiven Geruch. Die roten Früchte sind giftig. Der Strauch gilt als kurzlebig.

Erica carnea - die Schneeheide oder Winterheide ist eine der wenigen Erica-Arten, die auf Kalkböden gedeiht. Sie trägt ihren Namen nicht nur wegen ihrer schnee-weißen, glockenförmigen Blüten, sondern auch, weil sie bereits blüht, wenn die Erde noch mit Schnee bedeckt ist. Durch den Winter bis zum zeitigen Frühjahr bildet sie kleine, purpurrosa bis weiße Blüten mit hervortretenden, dunkleren Staubbeuteln. Bekannte Sorten sind "December Red" (purpurrosa), "March Seedling" (sehr lange Blütezeit), "Myretoun Ruby" (sehr dunkelgrünes Laub, hellrosa Blüte), "Springwood Pink" (robust, rosa) und "Springwood White" (weiß). Die Blütezeit beginnt im Januar und endet im März.

Forsythia ovata ist ein selten zu findender Strauch, der seine Heimat in Korea hat. Im März erscheinen kleine Blüten mit breiten, eiförmigen Kronabschnitten. Forsythia giraldiana beginnt ebenfalls im März zu blühen.

Die Zaubernuss blüht je nach Art [Hamamelis mollis, Hamamelis japonica, Hamamelis vernalis, Hamamelis macrophylla, Hamamelis x intermedia] und Witterung von Dezember bis April. Hamamelis virginiana, die Herbstblühende Zaubernuss blüht dagegen nur bis Anfang Dezember. Die Blüte kann, wenn sie von Frösten unterbrochen wird, bis zu fünf Wochen lang anhalten. Kälteperioden von minus 10 bis minus 12° C werden von der Blüte vertragen, indem sich die schmalen Blütenblätter bei Frost zusammenrollen. Steigen die Temperaturen an, blüht sie als ob nichts gewesen war. Neben der langen Blütezeit steht die Zaubernuss für ein Farbspektrum von gelb über braungelben und rötlich-bräunlichen bis rot in jeglichen Nuancen. Außerdem verströmen die Blüten einen angenehmen Duft. Die wuscheligen Blüten erscheinen, noch bevor sich Blätter bilden. Die Zaubernuss benötigt Zeit, um sich an einen Standort zu gewöhnen. Erst nach einigen Jahren zeigt sie ihre volle Pracht. Wo sie blüht, wirkten, nach altem Glauben, Zauberkräfte.

Die Schneekirsche (Higan-Kirsche) [Prunus subhirtella 'Autumnalis'], zeigt gewöhnlichen im Frühjahr ihre Pracht - in günstigen Jahren aber auch schon mal im Dezember.

Die Blüte des Winterjasmins [Jasminum nudiflorum] erinnert mit ihrem satten, kräftig leuchtenden, Zitronengelb an die der Forsythie. Der Unterschied liegt in der Zahl der Blütenblätter, der Winterjasmin hat fünf davon, während die Forsythie vier hat. Er entwickelt seine Blüten am kahlen Holz. Die Blütezeit ist je nach Wetterlage unterschiedlich, meist aber im Januar. Das Gehölz öffnet niemals alle Blüten auf einmal, sondern in Abhängigkeit von der Witterung nach und nach. Der Spreizklimmer mit seinen überhängenden Trieben benötigt um etwas aufrecht zu wachsen eine Mauer, Bäume oder eine künstliche Kletterhilfe. Andernfalls wächst er ähnlich wie ein Bodendecker, denn Triebe, die auf dem Erdreich liegen, können bewurzeln und so auch Flächen bedecken.

Die Duftheckenkirschen oder Wohlriechende Heckenkirsche [Lonicera fragrantissima] duftet sehr stark nach Honig. Im Winter und zu Beginn des Frühjahrs trägt der Strauch cremefarbene, manchmal auch karmesinrot gesprenkelte Blüten. Die Beeren sind dunkelrot. Die Pflanze ist allerdings frostempfindlich.

Das Wintergeißblatt (Winter-Duft-Heckenkirsche) [Lonicera x purpusii "Winter Beauty"] trägt im Winter, manchmal schon im Dezember bis ins Frühjahr (März) kleine Büschel duftender, rahmweiße bis blassgelbe, kurzröhrige Blüten mit gelben Staubbeuteln, die intensiv duften. Die Beeren leuchten rot. Es ist ein halbimmergrüner Strauch, der feuchten Boden in halbschattiger Lage liebt.

Mahonia bealei ist die Schmuckblatt-Mahonie und Mahonia x media (Buckland, Charity, Winter Sun) ist eine Kreuzung aus Mahonia japonica und Mahonia lomariifolia. Beide vertragen bei entsprechenden Vorkehrungen auch unsere Wintertemperaturen. Sie können in wintermilden Gebieten problemlos angepflanzt werden, sollten aber nicht zu viel Wintersonne abbekommen. Im Schatten von Koniferen, mit Reisigschutz und einer dicken Mulchschicht überstehen sie auch stärkeren Frost. Mahonia bealei blüht von Februar bis Mai, Mahonia x media je nach Züchtung von November bis Februar/März manchmal noch im April. Beide Arten blühen in gelben, duftenden Trauben, die bei Mahonia x media bis zu 30 Zentimeter lang werden können.

Relativ häufig findet man das, aus dem Nordiran stammenden, Eisenholz [Parrotia persica]. Ab Mitte Februar bis in den April erscheinen die Blüten, ohne Blütenhüllen, mit auffälligen 10 bis 15 leuchtend roten, bis 15 Millimeter langen, hängenden Staubblättern. Vor allem an alten Exemplaren soll eine frühe Blüte möglich sein. Im Herbst nehmen die Blätter eine prächtige gelbe, orangefarbene oder dunkelrote Tönung an.

Die Japanische Lavendelheide [Pieris japonica] bevorzugt einen mit Torf angereicherten Boden. Zwischen Ende März und April erscheinen, in Rispen angeordnete Blüten, weiß und glockenförmig. Bekannte Sorten sind "Bert Chandler" (rose und cremefarbener Neuaustrieb), "Christmas Cheer" (früh, blassrosa), "Flamingo" (hellrosa), "Mountain Fire" (leuchtendroter Neuaustrieb, weiße Blüte), "Purity" (große, reinweiße Blüte), "Tickled Pink" (hellroter Neuaustrieb, blassrosa/rosa) und "Variegata".

In dieser Aufzählung genannt werden muss auf jeden Fall auch die Weide [Salix], die schon sehr früh unsere Gärten mit ihren weichen Kätzchen verschönen kann. Aber aufgepasst viele Arten werden sehr groß. Auch die Korkenzieher-Weide [Salix matsudana] kann 10 bis 15 Meter hoch werden.

Als erster Rhododendron, zeigt die Dahurische Azalee (Dahurischer Rhododendron, Dahurische Alpenrose) [Rhododendron dauricum] ihre Blütenpracht. Bereits in der zweiten Winterhälfte - Februar bis April, öffnen sich die trichterförmigen, rotvioletten, violetten, rosa oder weißen Blüten.

Etwas später (Ende Februar bis April), aber immer noch ungewöhnlich früh, blüht die Stachelspitzige Azalee [Rhododendron mucronulatum]. Die Blüten sind etwa 4 Zentimeter groß, rosa bis violett, trichterförmig. Bei der Sorte "Cornell Pink" erscheinen die rein rosafarbenen Blüten besonders früh und die Blätter verfärben sich im Herbst gelb-orange. Rhododendron mucronulatum var. Taguetti ist eine fast niederliegend wachsende Varietät aus Korea, die ebenfalls sehr früh blüht.

Sarocococca hookeriana ist eine Rhizom und Horst bildende Art der Fleischbeere (Schleimbeere). Sie bringt im Winter gelblichweiße Blüten mit rosa Staubbeuteln hervor. Die Beeren sind schwarz. Sarocococca hookeriana var. digyna hat männliche Blüten mit gelblichweißen Staubbeuteln und schlanke Blätter. Sarocococca hookeriana var. humilis ist ein niedriger immergrüner Stauch mit winzigen weißen, duftenden Blüten deren Staubbeutel rosa gefärbt sind. Sie können von Dezember bis März erscheinen. Es ist eine ideale Schattenpflanze auf einem geschützten Platz.

Ein weiterer Winterblüher ist der Schneeball. Der Winter- oder Bodnant-Schneeball [Viburnum x bodnantense, "Dawn"] blüht besonders lange. Bei günstigen Bedingungen beginnt die Blüte oft schon im November und dauert bis in den April. Die Hauptblüte liegt aber im März/April. Einzelblüten die bei mildem Wetter erscheinen, erfrieren wenn die Temperaturen wieder sinken. Weil die Knospen viele Einzelblüten enthalten, kann der Schneeball immer neue Blüten nachschieben. Ein etwas geschützter Standort ist günstig. Auch der Duft-Schneeball [Viburnum farreri] mit seinen rosa Knospen und weißen Blüten blüht über einen langen Zeitraum. Die Blütezeit kann bereits im Oktober/November beginnen, wobei die Hauptblüte im März/April liegt.